Taufkapelle im Turm
Jahrzehnte lang war der über 800 Jahre alte romanische Taufstein unter der Emporetreppe versteckt, wo er als Weihwasserbecken diente. Im Zuge der Renovierung wurde das wertvolle Stück wieder seiner ursprünglichen Aufgabe als Taufstein zugeführt. Hierzu erhielt er in der Turmkapelle einen präsentativen Platz. Durch den Taufstein, der einen Sockel erhielt, und die gotischen Malereien im romanischen Gewölbe bekommt dieser Raum sein warmes südlich anmutendes Flair. Bei den Malereien wurde bewusst auf eine Rekonstruktion fehlender Teile verzichtet, um die Ürsprünglichkeit zu zeigen. Lediglich der Stier im Deckengewölbe wurde mittels Strichretusche rekonstruiert, um dem Betrachter zu zeigen wie eine Retusche aussehen könnte.
Die Deckengemälde zeigen neben dem Stier noch einen Löwen und einen Adler. Im linken Gewölbebogen befand sich vermutlich ein Engel. An den Seitenwänden sind die verschiedenen Apostel zu erkennen. Die rechte Seitenwand war durch Nässe leider so zerstört, dass eine Freilegung nicht mehr möglich war. Besonders gut erhalten hat sich das Rankmuster hinter dem gegeiselten Jesus in der Fensternische. Erhabene Putzstellen sollen anzeigen, dass sich in diesen Bereichen leider keine Malereien mehr befunden haben. Die Farben für die Malereien stammen unter anderem aus Malachit, einem Halbedelstein. Dem aufmerksamen Betrachter fällt auf, dass das Apostelkreuz rechts unter der vorderen Mauernische auf einer anderen Putzschicht liegt. Vermutlich handelt es sich hierbei noch um die romanische Erstfassung aus der Erbauungszeit der ersten Kirche. Bei dem Pflaster handelt es sich, ebenso wie in der Sakristei um die alten Säulenhofer Platten aus der Kirche. Die alten Bodengrabplatten fanden hierbei auch wieder einen würdigen Platz.