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Wissenswertes

Patrozinum Pfarrkirche St. Martin Niedermurach

Das Patrozinum der Pfarrkirche ist am 11. November, der Gedenktag des hl. Martin.

Die Glocken von St. Martin

Glocken St. Martin Niedermurach
Glocken St. Martin Niedermurach

1.    Martin
2.    Maria
3.    Josef
4.    Wolfgang (Sterbeglocke)

Die Glocken von St. Martin waren im 2. Weltkrieg bereits zwangs-abgeholt worden, konnten aber gerade noch rechtzeitig vor dem Einschmelzen gerettet werden (lt. Aussage von Helga Hammerer).

Bild: alte Fotoaufnahme, bereitgestellt und weitere Verfügung erlaubt von Helga Hammerer (+ 2017)

03. Juni 2007 - ein Freudentag für Niedermurach

Die umfangreiche Außen- und Innensanierung der Pfarrkirche St. Martin ist abgeschlossen.

Dr. Gerhard Ludwig Müller, der Diözesanbischof von Regensburg, weiht beim Dankgottesdienst den neuen Volksaltar, den neuen Ambo und die neue Orgel.

Volksaltar und Ambo wurden aus Säulen der nicht mehr aufgestellten Kommunionbank gefertigt.

Wann die erste, später abgebrannte, Kirche in Niedermurach errichtet wurde, ist nicht bekannt. Im „Paulsdorfer Lehensbuch“ aus dem Jahre 1423 wurde Niedermurach schon als Sitz einer Pfarrei erwähnt.

Die jetzige Pfarrkirche wurde 1762/1763 unter Verwendung der gotischen Chorfundamente und des unteren Teiles des Turmes des alten Gotteshauses neu im Rokokostil erbaut und 1774 eingeweiht.

Sie ist St. Martin geweiht, der zweifellos neben St. Nikolaus einer der populärsten Heiligen der Christenheit ist.

Der Rokoko-Hauptaltar

Die wohl jedem bekannte Szene, in der St. Martin seinen Mantel mit dem Bettler teilt, ist auf dem Hochalter der Niedermuracher Kirche zu finden, und zwar mit einer Besonderheit:

Es sind zwei Bettler dargestellt.

Die Seitenaltäre

Auf dem Marienaltar links ist Maria dargestellt mit wehenden Gewändern, einer Lilie in der Hand, auf einer blauen Kugel stehend, den Fuß vernichtend auf der Schlange.

Der Seitenaltar rechts zeigt Antonius in einer Vision. Auch er ist ein volkstümlicher Heiliger, nochmals in einer Statue an der rechten Seitenwand dargestellt .

Auf der Kanzel das Kreuz im Blickfeld

Aussagekräftig ist die Kanzel: Über dem Schalldeckel schwingt Erzengel Michael das Schwert in der rechten Hand. In seiner Linken hält er die Waage, Zeichen der Gerechtigkeit.

Unter dem Schalldeckel befinden sich 2 Tafeln. Die eine mit den römischen Ziffern 1-3 und die andere mit den Ziffern 4-10, Sinnbild für die Gebote Gottes. Die ersten drei Gebote beinhalten die Regeln für das Verhalten der Menschen gegenüber Gott, die anderen sieben regeln das Zusammenleben mit den Mitmenschen.

An der Kanzeltüre ist ein Bildnis von Jesus, dem guten Hirten zu sehen. Auch der Priester (Prediger) soll guter Hirte sein.

Vorne an der Kanzel ein Bild vom dornengekrönten Heiland, umgeben von einem Lichterschein - durch das Leiden zur Erlösung!

Drei Engel an den Seiten tragen Kreuz, Anker und Kelch mit Hostie - Symbole für Glaube, Hoffnung und Liebe.

Gegenüber der Kanzel hängt an der linken Wand das große Kruzifix. Darunter die Schmerzensmutter Maria. Die Brust durchstoßen vom Schwert des Leidens, die Gesichtszüge gezeichnet von großer Pein. Doch auf dem Haupt trägt sie die Siegeskrone. Ein Kranz von 12 Sternen umringt ihr Antlitz.

Erwähnenswert sind auch die bunten Glasfenster zu beiden Seiten des Hauptaltars. Links das Bild Herz-Maria (gestiftet 1890 von der Maria-Bruderschaft) und rechts das Bild Herz-Jesu (gestiftet von den Rottendorfer Bürgern).

Herz-Jesu- und Herz-Maria-Statuen stehen zusätzlich im Chorbogen, neben den Seitenaltären.

Der Kirchenpatron im gesamten Deckengewölbe

Von St. Martins Leben und Sterben wird in kleinen Szenen in den Fresken des Chorraumes erzählt.

In der Mitte Martin auf dem Sterbebett, am Kopfende betende Kleriker.

Vor dem Bett ist der Teufel mit ausgestreckter Hand abgebildet, der nach der Legende in den letzten Stunden des frommen Mannes noch versuchte, dessen Seele habhaft zu werden. St. Martin verwies ihn aber zurück in seine Schranken.

Über dem Sterbelager erwarten musizierende Engel auf einer Wolke die Seele des Sterbenden.

Ein anderes Chorfresko zeigt die Überführung des Leichnams Martins, davor zwei Bettler. Nach der Legende war der eine lahm und der andere blind. Der Blinde trug den Lahmen auf dem Rücken und der Lahme wies dem Blinden den Weg. So verdienten sich die beiden durch Betteln gut ihren Lebensunterhalt. Sie hatten von den Krankenheilungen Martins gehört und flohen vor dem Leichenzug, um ja nicht geheilt zu werden und so auf ihr leicht verdientes Einkommen nicht verzichten zu müssen. Doch in einer Gasse begegnete
er ihnen unversehens und die beiden wurden gegen ihren Willen gesund.

Diese und noch andere Geschichten sind in der „Legenda aurea“, einer Sammlung von Heiligenlegenden, nachzulesen (verfasst 1263-1273 von Jacobus de Voragine).

Der Freskant Johann Franz Lidmann (geb. 1716 oder 1717 in Nabburg) hat dieses Werk wohl gut studiert und die Geschichten um St. Martin hier in Niedermurach buchstäblich ins Bild gerückt.

Deckenfresken im Hauptschiff

Die Verklärung des volkstümlichen Heiligen ist im großen Deckenfresko des Hauptschiffes dargestellt.

Martin wird von der heiligsten Dreifaltigkeit und einer Vielzahl von Engeln erwartet.

Engel sind in dieser Kirche in sehr großer Anzahl anzutreffen, Zeichen heiterer volkstümlicher Frömmigkeit.

Die Fresken in den Stichkappen des Deckengewölbes stellen die vier großen Kirchenväter vor: Hieronymus mit dem Löwen, Augustinus, das Herz in Flammen, Gregor der Große mit der Papst-Tiara und Ambrosius mit dem Bienenkorb.

Heiligenstatuen rundum

St. Walburga - St. Antonius - St. Wendelin
(oben Mitte)

St. Florian - St. Sebastian - St. Martin
(an der Empore) (an der Empore)

An Statuen mangelt es nicht: So z. B. links des Hochaltars Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand, rechts der Hl. Nepomuk mit Kreuz und Zweig in der Hand.

Nepomuk ist in dieser Region nahe der Grenze zu Tschechien ebenfalls als Volksheiliger zu bezeichnen und an vielen Brücken zu finden.

Orte der Stille

Pfarrer Leo Heinrich ließ in der „alten Sakristei“ (Eingang im Chorraum links) eine kleine Seitenkapelle einrichten.

Dieser Ort der Stille lädt zum Verweilen und Gebet bei der Gottesmutter ein.

Zur Pfarrei Niedermurach gehören noch zwei Kapellen. Die Wieskapelle mit dem gegeißelten Heiland steht im Friedhof. Gleich daneben das alte Kriegerdenkmal mit den Namen der Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg und den Kämpfen von 1870/1871.

Die Walburgiskapelle steht etwas versteckt auf einer bewaldeten Anhöhe an der Straße nach Oberviechtach (bei der Abzweigung Dietersdorf/Antelsdorf). Von der Straße führt ein Kreuzweg hinauf zur Kapelle.

Einzigartiges Grabmuseum der Herren von Murach

Die Kirche in Niedermurach ist ein einzigartiges Grabmuseum.

13 Grabtafeln sind in die Wände eingelassen und geben Zeugnis von den einstigen Herren von Murach und deren Ehefrauen. Die Kirche wird somit zur steinernen Chronik dieses Geschlechtes.

Über dem Chorbogen ist das Ehewappen des Freiherrn Joseph Mathias von und zu Murach (+ 1767) angebracht.

Unter diesem Ehewappen hängt an einem Kreuz der überdimensionale Rosenkranz mit Maria in der Mitte. Seine Besonderheit: Er hat nur vier Gesätzchen.

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