Wissenswertes
Patrozinum Pfarrkirche St. Lambert Teunz
Das Patrozinum der Pfarrkirche ist am 18. September, der Gedenktag des hl. Lambert.
Hl. Lambert von Maastricht
Die Pfarrkirche zu Teunz ist dem hl. Lambert geweiht.
Lambert wurde um 635 in Maastricht (Niederlande) geboren. Er war Sohn reicher Eltern, ein Neffe des Bischofs Theodard von Maastricht, der ihn ausbildete.
Nach Theodards Ermordung wurde er 672 sein Nachfolger. Er lebte allerdings ab 675 sieben Jahre, durch den fränkischen Hausmeier Ebroin verbannt, im Kloster Stablo (südöstlich von Lüttich). Unter Pippin dem Mittleren kehrte er nach Maastricht zurück und ordnete die längst verworrenen kirchlichen Verhältnisse in seiner Diözese. Außerdem organisierte er die Mission in Nordbrabant.
Als er die Rechte der Kirche gegen Graf Dodo verteidigte, lies dieser ihn in seinem Haus in Lüttich mit einem Dolch ermorden. Dies war am 17. August 705 oder 706. Lambert empfing seine Mörder betend. Deshalb wurde er nach seinem Tod vom frommen Volk bald als Märtyrer verehrt.
Lambert wird heute noch in Westfalen und Holland verehrt. Er ist Patron von Freiburg und Lambrecht in der Pfalz; der Bauern, Chirurgen, Bandagisten und Zahnärzte; bei Nierenleiden.
Der Name "Lambert" bedeutet übersetzt: "Der in der Heimat Berühmte".
Mutter vom Guten Rat
Maria, Mutter vom Guten Rat (lateinisch Mater boni Consílii, ital. Madonna del Buon Consiglio) ist ein innerhalb der Katholischen Kirche verwendetes Attribut oder eine Anrufung für Maria, die Mutter Jesu.
Papst Leo XIII. hat mit dem Dekret Ex quo Beatissima Vergine diese Anrufung in die Lauretanische Litanei eingefügt.
Aus dem Landkreisbuch von 1970 .... (St. Lambert Teunz)
"Den künstlerisch bedeutendsten und schönsten Hochaltar hat zweifelsohne die St.-Lambertuskirche in Teunz. Entstanden in der Hochblüte des Rokoko (um 1750), ist er ein Meisterwerk kunstvollen Zusammenspiels von Architektur, Bildhauerei, Malerei und Ornamentschnitzerei - kurzum, ein Gesamtkunstwerk. Mit vollendeter Choreographie sind die Figuren (u. a. St. Joachim und St. Anna) zu einem feierlichen Schauspiel arrangiert: "theatrum sacrum" (der Altar stammt aus der Klosterkirche Neukirchen zum Hl. Blut).
Die Nebenaltäre und die Kanzel, ebenfalls Rokoko, sind wesentlich schlichter, doch führt gerade diese Schlichtheit auf den Hochaltar als Steigerung hin. An beiden Nebenaltären in Tabernakelhöhe je zwei Reliquienbehälter mit Martyrerportraits, entzückende Rokoko-Schmuckstücke.
Sehr feinsinnig ausgewogen sind die Farbnuancen des rechten Nebenaltarbildes "Beweinung Christi"; der Maler ist unbekannt. Das Gemälde des St. Lambert *) (linker Nebenaltar), sowie der Kreuzweg sind kunstlose Produkte aus dem 19. Jahrhundert.
Temperamentvoll und außerordentlich eindrucksvoll sind die 12 Apostelfiguren im Kirchenschiff, vier davon zu einer Kreuzigungsgruppe geordnet. Bemerkenswert phantasiereiche Rokokoschnitzereien finden wir auch an den beiden Beichtstühlen und an der Chorbank. ..."
*) Anmerkung zum textlichen Inhalt des Landkreisbuches von 1970:
Das Gemälde auf dem linken Nebenaltar zeigt nicht St. Lambert, sondern den hl. Sebastian. Der hl. Sebastian wird dort in der selteneren Darstellungsform als Ritter mit Pfeilen und dem Palmzweig der Märtyrer in den Händen gezeigt.
Pfarrer in der Pfarrei Teunz
Früh finden sich Aufzeichnungen über die Teunzer Pfarrer. Mit dem 30.11.1363 bewilligen Ulrich und Johann, die Landgrafen von Leuchtenberg den Pfaffen in all ihrem Lande, da sie "Herren und Vögte über sind: zu Micheldorf ... zu Teuntz ..." freies Verfügungsrecht über Ihr Vermögen (Pfaffenfreiheit).
Am 29. Oktober 1379 genehmigt Kardinal Pileus dem Bischof Konrad von Regensburg den Tausch des Patronats auf Eschenbach für das zu Teunz, das bisher dem Landgraden Johann von Leuchtenberg zugestanden hatte. Dieser Tausch wird auch im Leuchtenberger Lehenbuch vermerkt. Pfalzgraf Ottheinrich (1556 - 1559 regiert) ließ 1557 eine Visitation durchführen; die Protestantische Konfession wurde jetzt in der Oberen Pfalz offiziell eingeführt. Über Teunz heißt es in den Protokollen, in Teunz "ist ein voll gesund". Der Calvinist Kurfürst Friedrich III. wiederum wollte das Religionswesen in seinem Sinne umgestalten. Bei der Visitation des Jahres 1574 wurde die Kommission im Gegensatz zu den unerfreulichen vorhergegangenen Verhandlungen mit dem Rat der Stadt Nabburg, der den Kalvinismus ablehnte, im Amt Murach freundlich aufgenommen. In Viechtach gaben der Bürgermeister und der Rat des Marktes, wie auch der Pfarrer von Teunz bereitwillig das Handgelübde.
Nachdem 1623 die Oberpfalz an Bayern gekommen war, hielt die katholische Lehre wieder Einzug.
Teunz hatte lange Zeit keinen eigenen Pfarrer. Der Pfleger in Murach berichtet am 22. März 1670, dass Pfarrer Hans Jakob Wollherr und ein Kaplan, von Oberviechtach aus, die Pfarrei Teunz in der Graf Wahlischen Hofmark versehen. 1694 erhielt Teunz mit Balthasar Schießl wieder einen eigenen Pfarrer. Dessen Grabstein befindet sich in der Kirche rechts vom Hochaltar. Von Pfarrer Schießl ab lassen sich die Pfarrherren lückenlos bis in unsere Tage verfolgen:
Johann Wolfgang Wohlrab
(1714 - 1725)
Ignatz Kospoth
(1725 - 1727)
Laurentius Weißacher
(1727 - 1744)
Nicolaus Nachan
(1744 - 1786)
Anton Gartner
(1786 - 1812)
N. Gierisch
(1812 - 1817)
Wolfgang Bottenhofer
(1817 - 1828)
Michael Hoesl
(1828 - 1836)
Andreas Meiller
(1836 - 1841)
Josef Frank
(1842 - 1859)
Johann Evang. Wagner
(1859 - 1862)
Georg Hofmann
(1863 - 1880)
Pfarrprovisor Joh. Bapt. Schütz
(1876 - 1880)
August Igl
(1880 - 1886)
Joh. Bapt. Braun
(1886 - 1890)
Joh. Bapt. Krieger
(1890 - 1905)
Pfarrprovisor Andreas Stich
(1905 - 1906)
Franz v. Paula Dolpp
(1906 - 1926)
Pfarrprovisor Josef Treml
(1926)
Josef Wöhrl
(1926 - 1934)
Pfarrprovisor Paul Frühlich
(1934)
Adolf Hirn
(1935 - 1948)
Jakob Wendl
(1948 - 1972)
Ludwig Weiß
(1972 - 1999)
Leo Heinrich
(1999 - 2012)
Herbert Rösl
(seit 2012)
Informationen zu Pfarrern der Vergangenheit
Unter Johann Wolfgang Wohlrab (1714 - 1725) entstand 1723 das erweiterte Gotteshaus. Der alte Turm blieb erhalten. Er endete in eine Pyramide mit einer kleinen Laterne. Den Bau der neuen Kirche unterstützten die Satzenhofer auf Fuchsberg großzügig (Ziegel- und Holzlieferung).
Nicolaus Nachan (1744 - 1786), er baute das St. Jakobs Kirchlein, wozu er auch 100 Gulden beisteuerte. 1758 errichtete Nachan den Kreuzweg in der Teunzer Kirche, renoviert wurde dieser 1773 und 1876. Die Beichtstühle folgten 1769. Unter Pfarrer Nachan kam auch das Bild auf dem Hochaltar "Maria vom guten Rate" nach Teunz, und am 30.09.1774 wurde sie zur Patronin Teunz erhoben (2. Patronat).
Auch Kirchendiebe gab es damals schon: Im Jahre 1780 raubten sie die Sakristei aus. Pfarrer Nachan ließ dann aus seinen silbernen Bestecken einen größeren silbernen Kelch anfertigen. Zur Zeit Pfarrer Nachans wurden die letzten Satzenhofer in der Gruft begraben.
Wolfgang Bottenhofer (1817 - 1828) ehem. Augustinermönch, brachte die Kirchenstühle aus dem säkularisierten Kloster Neukirchen bei Hl. Blut nach Teunz. Aus der dortigen Klosterkirche stammt auch der Rokoko-Hochaltar der Teunzer Pfarrkirche.
1834 wurde unter Pfarrer Michael Haesl ein neuer Turm auf der Nordseite der Kirche erbaut, als Ersatz für den durch Blitzschlag zerstörten. Auf Wunsch König Ludwig I. entwarf Leo von Klenze den Turm im klassisch-griechischen Stil. So wurde er auch - zum Missfallen der Bürger - gebaut. Die Bausumme betrug 2.556 Gulden. Baumeister war Andreas Grundler und Zimmermann Johann Auhuber, beide Oberviechtach.
Am 04. Juli 1845 wurde Teunz von einem furchtbaren Brand heimgesucht. Dabei wurde auch der Pfarrhof eingeäschert. Alle Pfarrbücher und Urkunden fielen den Flammen zum Opfer. 1857 erfolgte unter Joh. Ev. Wagner die Erbauung des neuen Pfarrhofes.
In der Zeit des Pfarrers Georg Hofmann fiel die Neuerstellung der Turmbedachung, nachdem 1870 der Klenze-Turm sein Dach verloren hatte und Reparaturen nichts fruchteten. Die Teunzer wollten nun "auch einen Turm wie andere Leute" und legten der Regierung einen schönen Plan vor, gezeichnet von Architekt Dengler aus Regensburg. Doch die Regierung fand diesen Plan für "zu geschmackvoll" und legte einen Alternativplan vor, der wiederum nicht das Gefallen der Gemeinde fand, man beharrte auf dem Dengler-Entwurf. Daraufhin brachte das Bezirksamt eine neuen Entwurf herbei, der nach langem Hin und Her von den Teunzern nur wegen des Zuschusses akzeptiert wurde. Dieser ungeliebte Turm ist der Heutige. Damit die Teunzer auch wussten, was die Glock´ geschlagen hatte (seit 1860 stand die Turmuhr; ehemals aus dem Schloss Fuchsberg nach Teunz verbracht) schaffte man 1878 eine neue Turmuhr an. Uhrmacher Johann Schulz aus Kelheim kassierte dafür 572 M. Die Anschaffung ermöglichten u. a. die Spender Sybilla Scheuerer (Schömersdorf), Erhard Roßmann (Fuchsberg), Martin Schneeberger (Fuchsberg), Michael u. Adelheid Gillitzer, Michael und Maria Ebendorfer (alle Teunz).
Pfarrer Jakob Wendl strebte eine nochmalige Vergrößerung des Gotteshauses an. Die Pläne dazu fertigte Regierungsbaumeister Günthner aus Regensburg. 1958 wurde das Presbyterium abgebrochen und der Kirchenraum nach Süden und auch nach Westen erweitert. Dem Hochw. Herrn Kammerer Jakob Wendl verlieh der Gemeinderat am 09.07.1961 das Ehrenbürgerrecht von Teunz. Am 03. April 1992 ist Jakob Wendl im Alter von 89 Jahren in Regensburg gestorben.
Von 1972 bis 1999 steht der Pfarrei Teunz Pfarrer Ludwig Weiß vor. In dieser Zeit erfolgte im Jahre 1976 die Außenrenovierung, die Installation einer Lautsprecheranlage (1978) sowie die Innenrenovierung (1983) der Pfarrkirche. Die Kirche fasst 400 Sitzplätze. Des weiteren wurde der frühere Kindergarten in Arztpraxen und ein Pfarrheim (St. Ludwig) umgebaut sowie der Kindergarten Hl. Familie errichtet. Unter die Wirkungszeit von Pfr. Weiß fallen auch Renovierungsarbeiten an der Kirche St. Jakob bei Fuchsberg. So wurde in den Jahren 1975 ? 1978 eine Innenrenovierung und im Zuge der Außenrenovierung (1991) das Dach der Kirche St. Jakob völlig neu eingedeckt sowie der Dachreiter mit Glocke versetzt.
Pfarrer Weiß wurde am 21.12.1939 in Beidl geboren und kam als Student in das Bischöfliche Knabenseminar nach Regensburg. In der Donaustadt studierte er dann Theologie. Am 29.06.1965 wurde Ludwig Weiß von Bischof Rudolf Graber in Regensburg zum Priester geweiht. Seine Wirkungsstätten waren: 1965 Kooperator in Donaustauf, 1966 Präfekt im Bischöflichen Studienseminar in Weiden, ab 1972 Priester in Teunz mit Wildeppenried und ab 1999 Ruhestandspfarrer in Neuaigen. 2008 zog der Geistliche nach Waldasassen und konnte wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nur bedingt in der Pfarrei Waldsassen noch mitwirken.
Am 07. Juli 1990 feierte Pfr. Weiß sein 25jähriges Priesterjubiläum. Nach 27jährigem Wirken hat sich Pfr. Ludwig Weiß im Jahre 1999 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zurückgezogen. Am 05.07.2007 ist er im Krankenhaus in Waldsassen verstorben. Auf seinem Wunsch wurde er im Priestergrab in seiner Geburts- und Heimatpfarrei Beidl am 10.07.2010 beerdigt.
Von 1999 bis 2012 war Pfarrer Leo Heinrich in Teunz tätig. Im Jahre 2001 wurde die Außenrenovierung der Kirche abgeschlossen. Die Innenrenovierung erfolgte ebenfalls während seiner Tätigkeit in Teunz.
Seit 2012 ist Pfarrer Herbert Rösl in Teunz tätig.
Glockenweihe 1948 St. Lambert Teunz
Anlässlich der Glockenweihe im Jahre 1948 wurde folgendes Kärtchen gedruckt: