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Kirchenkrippe

Im Jahr 1930 wurde in der Pertolzhofener Kirche erstmals eine Krippe aufgebaut.

1929 hatte der ortsansässige Schreinermeister Adam Bauer (Schreinerbartl 1855-1930 ) die  Krippenfiguren geschnitzt. Der Schreiner, der nebenher zu seinem Handwerk auch Kreuze, Madonnen und Heiligenfiguren schnitzte, hat diese Krippenfiguren aus Fichten – bzw. Kiefernholz geschnitzt. Diese schlichten Figuren in bäuerlicher Schnitzkunst gefertigt mit auffallend kräftiger Bemalung sind noch heute eine Sehenswürdigkeit in der Kirchenkrippe von Pertolzhofen.

Abweichend von üblichen Krippendarstellungen hat Adam Bauer nicht Ochs und Esel, sondern eine Kuh und einen Esel in die Krippe gestellt. Für das Dreikönigsfest hat der Schnitzer die Hl. Drei Könige, Kaspar, Melchior und Balthasar angefertigt. Dazu einen Tross aus Treibern mit Pferd, Elefant und Kamel. Diese Figuren werden am 6. Januar mit in die Krippenlandschaft eingebaut.

Ursprünglich hatte das Kamel eine grünliche Farbe, wie ein Krokodil (wahrscheinlich kannte der alte Schreiner ein Kamel nur von schwarz-weiß Drucken aus Büchern der damaligen Zeit).

Das Stallgebäude dieser ersten Krippe war sehr schlicht. Die Rückwand war aus Pappe und durch die Jahre schon eingerissen und unansehnlich. In den 1960er Jahren wurde dann von Hans Gleixner (der heute in Nürnberg wohnt) eine schöne Krippe aus einem Wurzelstock angefertigt. Diese Krippenlandschaft, bei der der Stall als Höhle erstellt war und obenauf die Silhouette von Jerusalem dargestellt war, wurde nicht lange in der Kirche aufgebaut. Der damalige Expositus Hackl, hatte nicht ohne Grund bedenken, dass aus dieser, aus teils verwitterten Baum und Wurzelteilen gefertigten Krippe, der Holzwurm in den Seitenaltar überwechseln könnte. So wurde wieder das alte Stallgebäude aufgestellt.

1994 wurde die jetzige Krippe vom Kirchenpfleger Josef Hoch angefertigt. Er wählte nicht den so oft üblichen alpenländischen Baustil, sondern fertigte ein kleinbäuerliches Anwesen im Oberpfälzer - Stil des letzten Jahrhunderts. Die alten Figuren vom Bauerschreiner passen zu diesem Baustil wunderbar, sind sie doch in dieser Zeit geschnitzt worden. Seit 2013 können die Kirchenbesucher auch während des Tages, durch Tastendruck selbst die Beleuchtung der Krippe einschalten, wobei dann auch im Hirtenlagerfeuer und im Backofen die lodernden Flammen zu beobachten sind.

2014  Kirchenpfleger Josef Hoch

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